Fischerstechen Haßmersheim 2015

Am sonnigen Pfingstsamstag fuhr ich mit meinen Freunden SCHELLE-BELLE, JENNY, CYGNUS, MAKAHEMA, JACKY, MIMI und ECLYPSE erst flußaufwärts aus dem Hafen, dann in die Heilbronner Schleuse und weiter flußabwärts.Moment, ich sollte mich vielleicht erst vorstellen: mein Name ist    W´OOGE,    meineszeichens gemütlicher Tuckerstahldampfer mit gaaanz netten Menschen an Ruder und Kombüse. Meine Freunde und ich passierten Schleuse Kochendorf, das ist die ganz hohe, wo wir immer so weit an der Algenwand entlang runtergelassen werden ( zum Glück bekommen die Fender den ganzen Schmodder ab ) und Schleuse Gundelsheim. Dann ging´s backbord in einen Hafen und ich durfte an meinen vielen Kumpels vorbei ganz, ganz, ganz nach vorne ans Clubhaus liegen. Toll, dachte ich, da habe ich meine Ruhe … keine Wellen von draußen und so. Aber Pustekuchen!!! Der Abend und die Nacht kamen und wie immer haben meine Menschen mit den Menschen meiner Freunde fröhlich gefeiert. Ab und an kitzelte die Schildkröte an meinem Antrieb, knabberte ein Fisch an meinem Bewuchs oder popelte der Schwan an meinem Badebrett. Alles nichts Besonderes. Am folgenden Morgen jedoch lag eine prickelnde Spannung in der Luft.

Meine Menschin (so nenne ich sie immer ) hat den Kühlschrank vollgepackt mit Traubenblubbersaft, der oft laut knallt und auch ganz gerne alleine aus der Flasche läuft. Immer mal wieder kamen die Menschen meiner Freunde vorbei und gegen Mittag war richtig reges Treiben. Nix mit Ruhehaben, im Gegenteil : Immer mehr Leute kamen brachten was mit und belagerten meinen Bug. Alles war vollgestellt mit Flaschen, Tellern, Knabberzeug, Gläsern und haste nich gesehn.

Plötzlich waren direkt neben mir zwei Schlauchboote, die aufeinander losgingen. Auch das noch, dachte ich, da gibt’s jetzt Ärger, aber schnell war klar, das ist alles eine Riesengaudi. Der WMBC – das ist der Hafen, wo ich wohne – hat sogar zwei Schlauchboote vollbekommen, sodaß insgesamt zehn Mannschaften am Start waren. Dann kamen noch mehr WMBC-Menschen, aber die waren ohne meine Freunde AURYN und TEQUILA da. Mein Bug war übervoll mit WMBC-lern und sooo tief im Wasser, daß mein ganzes Hinterteil  zu sehen war, ich bin unter meinem schönen neuen blau fast ein wenig rot geworden. Paula, eine meiner Heckmuscheln, ist beinahe verdurstet. Meine Herrn, was ein Tohuwabohu, aber wirklich lustig. Immer wenn eine WMBC-Gruppe im Schlauchboot saß, hat das Volk auf mir getobt, geschrieen, angefeuert, geklatscht, gejubelt und geprostet, da war ich hernach mit Traubenblubbersaftspritzern und Käsekekskrümeln so richtig vollgekleckert. Nach einigen sicher schmerzhaften Rempeleien mit so einem langen lanzenartigen Etwas stand  am Ende dann die grade noch so in die Anmeldung gekommene zweite WMBC-Mannschaft der Seeteufel Herbert, Günter, Marvin, Monika mit Julian auf dem Brett als Sieger fest und mein Rudergänger Rolf hat den Pokal am Montag dann wieder mit zum WMBC gebracht. Das war mal wieder ein tolles Wochenende mit meinen Freunden. 

Constanze Hammann